Statement der Linken Neukölln zu den Vorfällen sexualisierter Gewalt in einem Neuköllner Jugendclub
Die Nachricht über die sexualisierte Gewalt gegen eine 16-jährige kurdisch-alevitische Jugendliche ist erschütternd und macht uns wütend. Unsere Gedanken gelten der Betroffenen, ihrer Familie und ihrem gesamten Umfeld.
Offenbar hat es im Umgang mit den Vorfällen im Jugendamt und beim Jugendclub Fehler gegeben, die intensiver Prüfung und Aufarbeitung bedürfen. Die Linksfraktion in der BVV Neukölln hat bereits beim Bezirksamt Antrag auf Akteneinsicht zu dem Vorfall gestellt. Unsere Jugendstadträtin Sarah Nagel hat Strafanzeige erstattet und eine umfassende Untersuchung veranlasst. Diese wird extern und unabhängig mit Fachexpertise begleitet. Ziel sind eine lückenlose Aufklärung und wirksame Maßnahmen zum Schutz der Neuköllner Jugendlichen. Sarah Nagel hat dazu die Überprüfung der Schutzkonzepte des Jugendclubs und sämtlicher Jugendeinrichtungen im Bezirk veranlasst. Gegen die mutmaßlichen Täter wurde ein Hausverbot ausgesprochen. Der Jugendclub wird als Konsequenz vorerst geschlossen.
Wir wissen, dass dieser Fall für viele kurdisch-alevitische Frauen und Mädchen eine besonders schmerzhafte Dimension hat. Wenn eine junge Betroffene mit diesem Hintergrund sexualisierte Gewalt erlebt und Täter geschützt werden, reißt das Traumata auf, die schwer zu ertragen sind. Unsere Solidarität gilt all denjenigen, die diesen Schmerz gerade erleben und allen Betroffenen von sexualisierter Gewalt. Aufarbeitung und Konsequenzen sind für uns zentral. Jugendzentren sind als geschützte Räume insbesondere auch für die Entfaltung von Mädchen und jungen Frauen wichtig. Es muss sichergestellt werden, dass Schutzkonzepte funktionieren.
Oberste Priorität beim weiteren Vorgehen müssen die Bedürfnisse und der Schutz der Betroffenen haben. Die betroffene Jugendliche und ihre Familie müssen jede Unterstützung erhalten, die sie brauchen. Die rassistische Instrumentalisierung der Vorfälle durch prominente Politiker*innen weisen wir scharf zurück. Es ist zynisch, auf dem Rücken der Betroffenen Rassismus zu schüren und politische Profilierung zu betreiben.
