Hanau unvergessen!
Am 19. Februar 2020 ermordete ein polizeibekannter Rassist in Hanau neun Menschen:
Gökhan Gültekin, Sedat Gürbüz, Said Nesar Hashemi, Mercedes Kierpacz, Hamza Kurtović, Vili Viorel Păun, Fatih Saraçoğlu, Ferhat Unvar und Kaloyan Velkov.
Am 10. Januar 2026 starb Ibrahim Akkuş an den Spätfolgen seiner Verletzungen.
Wir gedenken allen Ermordeten und wir erinnern auch an das Versagen der Behörden!
Sechs Jahre nach Hanau gibt es noch immer keine Konsequenzen. Der Staat hat versagt. Angehörige und die Initiative 19. Februar mussten selbst aufklären, nachhaken und Druck machen, weil die Behörden es nicht getan haben. Der Untersuchungsausschuss, für den die Betroffenen so lange gekämpft haben, hat keine Konsequenzen erzwungen. Viele Fragen bleiben offen. Wie so oft werden Betroffene alleingelassen. Migrantische Sicherheit ist für diesen Staat bis heute keine Priorität.
Stadtbilddebatten, das Gerede von „Clans“ und rassistische Razzien stigmatisieren migrantische Orte wie Shishabars und Cafés, oft reicht schon ein Name, um ganze Viertel unter Generalverdacht zu stellen. So entsteht ein Klima, ein Nährboden, in dem rechter Terror möglich wird. Neukölln heißt migrantisches Leben und Zusammenhalt. Wir stehen solidarisch zusammen, denn niemand ist sicher, solange nicht alle sicher sind.
Rechte Gewalt eskaliert und wird politisch normalisiert:
2025 hat die Polizei 1.521 rechte Gewalttaten registriert, das sind mehr als vier Angriffe pro Tag, und die Dunkelziffer ist höher.
Auch hier haben Behörden versagt, Betroffene wurden nicht geschützt und bis heute bleibt die Frage, warum rechter Terror so lange unterschätzt wurde. Und trotzdem wird rechter Terror immer wieder als „Einzelfall“ erzählt, bis zum nächsten Angriff. Gleichzeitig steht die AfD in Umfragen weiter erschreckend stark da.
Wir fordern endlich Konsequenzen: lückenlose Aufklärung zu Hanau, Aufklärung rechter Netzwerke in Behörden, Schutz für Betroffene!
Unsere Antwort bleibt solidarisch und antifaschistisch!
Kollektives Erinnern heißt kämpfen.

