Hände weg von Venezuela!

„Nackter Imperialismus“: Trumps Angriff auf Venezuela ist eine neue Etappe, Süd- und Mittelamerika als Hinterhof der USA zu behandeln, um sich den Zugriff auf die dortigen Ressourcen zu sichern. Den Venezolaner*innen wird damit gewaltsam ihr Recht entrissen, über die politischen Verhältnisse ihres Landes und den Umgang mit wertvollen Rohstoffen selbst zu bestimmen. Die Linke Neukölln beteiligt sich an Protestaktionen gegen den imperialistischen Überfall und solidarisiert sich mit der venezolanischen Bevölkerung. Solo el pueblo salva al pueblo!

Der militärische Angriff der USA auf Venezuela in der Nacht vom 2. auf den 3. Januar 2026 und die Entführung des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro und seiner Frau Cilia Adela Flores sind Teil einer langen Geschichte US -amerikanischer, imperialistischer Interventionen in Süd- und Mittelamerika sowie der Karibik in den letzten zwei Jahrhunderten. Gleichzeitig markiert dieser Angriff eine neue Etappe der direkten Einmischung. Verdeckte Aktionen der USA trugen in der Vergangenheit dazu bei, demokratisch gewählte Regierungen zu stürzen und Militärdiktaturen in Ländern wie Guatemala, Brasilien, Chile und Argentinien einzuführen. Unerwünschte Wahlsieger*innen oder auch nur Kandidat*innen wurden vielfach kriminalisiert, wie in Ecuador, Honduras oder Kolumbien. Auch direkte militärische Interventionen gehören zum Repertoire der USA, wie in Grenada oder Panama, oder jetzt in Venezuela.

Die neue nationale Sicherheitsstrategie, die die Trump-Regierung vor einigen Wochen veröffentlicht hat, fordert, dass die amerikanische Vorherrschaft in der westlichen Hemisphäre nie wieder in Frage gestellt werden soll. Trump hat dies auf einer Pressekonferenz unverblümt auf den Punkt gebracht. Faktisch beinhaltet diese Strategie eine Ausweitung der US-Militärpräsenz in der Region in Form einer Erneuerung der Monroe-Doktrin, die 1823 von Präsident James Monroe festgelegt und später zur Rechtfertigung von US-unterstützten Militärputschen in Süd- und Mittelamerika herangezogen wurde. Hiermit wird eine neue Ära des unverhüllten Imperialismus eingeleitet, in der die USA durch reine Militärmacht die von ihnen gewünschten politischen Ergebnisse in Lateinamerika erzielen wollen. Die jüngsten Einmischungen der Trump-Regierung in die Wahlen in Honduras sowie haltlose Anschuldigungen gegen den linken Präsidenten Kolumbiens zeigen, dass es Washington nicht nur um Venezuela geht. 

Es bleibt unklar, ob die Bombardierung Venezuelas für die USA von Erfolg gekrönt sein wird. Was klar ist: Die Angriffe sollen fortgeführt werden, bis ein „ordnungsgemäßer Übergang“ im Interesse der USA erfolgt. Als Vorwände werden sowohl der „Kampf gegen Drogen“ als auch die demokratische Illegitimität des gekidnappten Präsidenten Maduro ins Feld geführt. Der Co-Vorsitzende der Partei Die Linke, Jan van Aken, hat dem gegenüber deutlich gemacht, worum es den USA wirklich geht: „In Venezuela geht es der US-Regierung um das Öl. In dem südamerikanischen Land gibt es riesige Ölvorkommen, und Trump will den direkten Zugriff darauf.“ Dies äußert der US-Präsident mit unverblümter, kolonialer Arroganz: US-Konzerne sollen den Venezolaner*innen „helfen“, das Öl aus der Erde zu holen, da sie selbst nicht dazu in der Lage seien. Neben der Sicherung des eigenen, uneingeschränkten Zugriffs auf die reichen Ölvorräte des Landes geht es bei dem Angriff auch darum, den US-Dollar als globale Leitwährung und die eigene globale Hegemonie zu verteidigen.

Die venezolanische Bevölkerung, darunter zahlreiche linke Gruppen, übt seit Jahren scharfe Kritik an der autoritären Maduro-Regierung. Proteste richteten sich gegen den Zusammenbruch der Grundversorgung, gegen die Aushebelung demokratischer Rechte und gegen den wirtschaftlichen Rechtsruck der Regierung. Ein imperialistischer Regime-Change, wie ihn die US-Administration anstrebt, ist keine Lösung für die Bevölkerung Venezuelas, die seit Jahren unter den Auswirkungen der Wirtschaftskrise leidet, die auch eine Folge der US - Sanktionen ist. Der Angriff forderte zivile Opfer und ist ein gewaltsamer Eingriff in die Freiheit und Selbstbestimmung der Venezolaner*innen. Die Degradierung Venezuelas zum willfährigen Rohstofflieferanten der USA richtet sich gegen die Interessen der venezolanischen Bevölkerung. Indem die deutsche Bundesregierung und die EU den Angriff der USA nicht deutlich verurteilen, machen sie sich zu Komplizen der US-Aggression. 

Hände weg von Venezuela! Unsere Forderungen:

Wir fordern die sofortige Freilassung von Nicolás Maduro und Cilia Adela Flores.

Wir fordern eine Entschädigung aller Opfer der US-amerikanischen Intervention in Venezuela einschließlich der Familien der außergerichtlich hingerichteten Bootsbesatzungen in den letzten Wochen. 

Wir fordern eine internationale Untersuchung und Eröffnung von Strafverfahren gegen die Regierung Trump.

Wir rufen zu internationalen und deutschlandweiten Protest- und Solidaritätsaktionen - auch der Gewerkschaften - mit der Bevölkerung in Venezuela auf. 

Wir fordern, dass die Bundesregierung klar Stellung bezieht gegen die völkerrechtswidrige US-Intervention.