Diese Website verwendet Cookies. Warum wir Cookies einsetzen und wie Sie diese deaktivieren können, erfahren Sie unter Datenschutz.
Zum Hauptinhalt springen

Kein Fußbreit den Rassisten und Nazis: Erfolgreicher antifaschistischer Protest am 13. Oktober

Mehr als 10.000 Menschen bei der # Unteilbar-Demo in Mitte und 120 Teilnehmende beim Protest gegen den AfD-Bezirksparteitag in Rudow zeigen: Rassismus ist keine Alternative, unsere Alternative heißt Solidarität! DIE LINKE. Neukölln war bei beiden Veranstaltungen mit Redebeiträgen beteiligt

Ab 11 Uhr versammelten sich rund 120 Menschen vor dem Lokal in Rudow, wo die AfD Neukölln ihren Bezirksparteitag abhielt. Aufgerufen zu der Kundgebung hatte das Bündnis Neukölln unter dem Motto „Rudow nazifrei – Gemeinsam gegen rechte Hetze“.

Sie machten lautstark und mit Plakaten klar, dass Neukölln keine AfD braucht.

Für das Bündnis Neukölln sprach Irmgard Wurdack, die auch Mitglied der LINKEN. Neukölln ist, wir dokumentieren ihren Beitrag:

„Liebe Freundinnen und Freunde, Liebe Neuköllnerinnen und Neuköllner - auch auf der anderen Seite der Straße an der Bushaltestelle

Wir sind hier, weil heute um 12 Uhr will die AfD Neukölln hier vorn ums Eck im Restaurant Novi Sad ihren Bezirksparteitag abhalten. Das wollen wir von den drei Neuköllner Bündnissen gegen rechts, dem „Bündnis Neukölln“, den „Hufeisernen gegen Rechts“ und „Rudow empört sich“ nicht unwidersprochen lassen. Deshalb haben wir zur dieser Protestkundgebung eingeladen. Vielen Dank, dass ihr alle gekommen seid.

Die AfD tarnt sich als demokratische Partei, ist aber längst zum Sammelbecken für Neonazis, Rassist*innen und Nationalkonservative geworden – auch in Neukölln. Die Auftritte der AfD in der Neuköllner BVV triefen vor Hass und Diskriminierung gegenüber Menschen mit Migrationsbiographien und Andersdenkenden. Auch hier in Neukölln stempelt die Partei Muslim*innen und Geflüchtete als Sündenböcke für soziale Missstände ab, vertritt ein reaktionäres Frauen- und Familienbild und diffamiert Menschen als Feinde, die sich für ein demokratisches und tolerantes Zusammenleben engagieren.

Seit Jahren ist Neukölln Ziel rechten Terrors. Offenkundig fühlen sich die Gewalttäter*innen ermutigt durch die Wahlerfolge der AfD. Rassismus und völkischer Nationalismus sind keine Meinungen, sondern Verbrechen.

Solche Zustände lassen wir uns nicht gefallen - nicht in Neukölln, nicht in Berlin, nirgendwo! Wir fordern: Keine Bühne für die Nazis und Rassist*innen der AfD!“

Neben Redner*innen von „Aufstehen gegen Rassismus“, der Mobilen Beratung gegen rechts sowie der SPD und der Grünen sprach Carla Aßmann als Mitglied der BVV-Fraktion und des Bezirksvorstands für DIE LINKE. Neukölln. Ihren Beitrag findet Ihr hier.

Laut Auskunft der Polizei versammelten sich nur etwa zwanzig Mitglieder der AfD in dem von ihnen gemieteten Lokal.

Zum Abschluss der Kundgebung forderte Irmgard Wurdack die Teilnehmenden auf, sich ebenfalls an der anschließenden #Unteilbar-Demonstration in Mitte zu beteiligen:

„Viele von uns wollen heute noch nach Mitte, wo um 13 Uhr auf dem Bebelplatz eine Demonstration zur Neuen Synagoge in der Oranienburger Straße stattfindet — in Solidarität und Anteilnahme mit den Opfern des Terroranschlags in Halle.

Der Anschlag von Halle ist für uns eine erneute Mahnung, aufzustehen gegen rechten Terror und die Hetze der AfD, gegen Antisemitismus und jeden Rassismus.

Und es ist absolut widerlich und unerträglich, wie ausgerechnet die AfD in Berlin und bundesweit den brutalen Terroranschlag in Halle zu missbrauchen versucht. Erneut gebärdet sich ausgerechnet diese Partei als vermeintliche Schutzmacht von Jüdinnen* und Juden gegen einen vermeintlich importierten Antisemitismus und stempelt Geflüchtete und Muslime zu Sündenböcken ab. Dabei ist die AfD selbst längst zum Sammelbecken für Nazis, rechte Hooligans und Rassist*innen jeder Couleur geworden.

Es war ihr Spitzenkandidat in Thüringen, Höcke, der das Holocaust-Mahnmal als "Denkmal der Schande" bezeichnete. Und es war ihr Fraktionsvorsitzender im Bundestag, Gauland, der den Nationalsozialismus als "Fliegenschiss" verharmloste. Seit Jahren hetzt die AfD in den Parlamenten und auf der Straße gegen Muslime, Geflüchtete und Andersdenkende. Die AfD hat es geschafft, die rote Linie des Sagbaren und Machbaren weit nach rechts zu verschieben, und ermutigt so Rassist*innen und Neonazis.

Anfeindungen und offene rechte Gewalt gegen Muslime, Geflüchtete, Andersdenkende und zunehmend auch gegen Jüdinnen und Juden nehmen seit Jahren dramatisch zu, ebenso wie Schändungen von Geflüchtetenunterkünften, Moscheen und zunehmend auch von jüdischen Einrichtungen. Auch der Attentäter von Halle überlegte vor der Tat, eine Moschee oder ein linkes Zentrum anzugreifen.

Antisemitismus, Rassismus und rechter Terror sind keine Importwaren, sondern hausgemacht. Und ja, zu den geistigen Brandstifter*innen gehört die AfD.“

Genau ein Jahr nach der ersten, überwältigenden #Unteilbar-Demonstration in Berlin versammelten sich in Reaktion auf den mörderischen Nazi-Anschlag in Halle wieder mehr als 10.000 Menschen, um ein Zeichen zu setzen gegen Antisemitismus, Rassismus und rechte Gewalt.

Unter den Redner*innen auf der Kundgebung war auch Ferat Kocak, stellvetretender Sprecher der LINKEN. Neukölln, antifaschistischer Aktivist und Opfer rechten Terrors.

Hier findet Ihr seine Rede:  „Wir müssen den Druck aufrechterhalten, bis alle Neonazi-Strukturen zurückgedrängt sind!“