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16. Juni 2018 Neukölln

Erste Neuverlegung eines Stolpersteins in der Hufeisensiedlung nach Schändung von Stolpersteinen

Bild: Adolf Mockrauers Apotheke in den 1930er Jahren.

Die Anwohner*inneninitiative „Hufeisern gegen Rechts“ lädt ein zur Verlegung eines Stolpersteins für den jüdischen Apotheker Adolf Mockrauer

am Sonnabend, 16. Juni 2018,
um 13.30 Uhr
vor der ehemaligen Albrecht-Dürer-Apotheke,
Buschkrugallee 179
in 12359 Berlin.

Als Gastrednerin spricht Sawsan Chebli, Berliner Staatssekretärin für Bürgerschaftliches Engagement und Internationales.

„Hufeisern gegen Rechts“ teilt mit:

Am 10. November 1928 eröffnete Adolf Mockrauer seine Apotheke in der Hufeisensiedlung. 10 Jahre später zerschlugen Neuköllner SA-Männer die Scheiben und die Einrichtung der Apotheke und zerstörten damit die Existenz des unter den Anwohner*innen beliebten Apothekers. Ein halbes Jahr später gelang ihm die Flucht ins chilenische Exil, wo er mittellos, sozial isoliert und erneut mit rassistischen Angriffen konfrontiert verzweifelte und sich im September 1940 das Leben nahm.

Mit der Verlegung des Stolpersteins für Adolf Mockrauer kommen wir dem Wunsch vieler Bewohner*innen der Hufeisen- und Krugpfuhlsiedlung nach, die anlässlich der Gedenk- und Protestveranstaltung am 9. November 2017 vor dem Haus Buschkrugallee 197 ausdrücklich Geld für einen Stein zur Erinnerung an Adolf Mockrauer gespendet haben.

Gleichzeitig wollen wir mit der Verlegung verdeutlichen, dass wir uns von den Anschlägen der rechten Geschichtsrevisionisten und Rassisten nicht einschüchtern lassen. Vielmehr wollen wir dokumentieren, dass wir weiterhin für ein zivilgesellschaftliches Miteinander eintreten, das auf der Grundlage von gegenseiter Anerkennung und Toleranz beruht, unabhängig von religiösen, kulturellen und sozialen Unterschieden.

Die große Spendenbereitschaft vieler Bürger*innen unserer Stadt – immerhin kamen mehr als 17.000 Euro für die Wiederverlegung der geraubten Stolpersteine zusammen – zeigt uns, dass wir diesen Weg nicht alleine, sondern im Einklang mit der Mehrheit der Berliner*innen gehen.

Aus Anlass der Verlegung hat die Initiative eine Broschüre erstellt, in der Adolf Mockrauers Schicksal während der NS-Zeit geschildert wird.

Am Abend findet im Hufeisen-Café, Fritz-Reuter-Allee 44, um 19 Uhr eine Veranstaltung mit der Historikerin Karolin Steinke zum Thema „Jüdisches Leben in der Hufeisen- und Krugpfuhlsiedlung während der Zeit des Nationalsozialismus“ statt.