Am frühen Montagmorgen, 24. August 2009, haben Mitglieder des Neuköllner Bezirksverbandes DIE LINKE die Aktion „Nicht für'n Appel und 'nen Ei!“ vor dem Job-Center in der Sonnenallee gestartet. Kurz vor Öffnung des Job-Centers um 8.00 Uhr hatte die Schlange der dort Wartenden eine Länge von mehr als 200 Metern angenommen. An sie verteilten rund ein Dutzend Genossinnen und Genossen Äpfel und hart gekochte Eiern und warben mit der politischen Forderung „Hartz IV abwählen!“. Mit dieser Aktion wollten sie verdeutlichen, dass Arbeitslosigkeit und Löhnen, bei denen man „für einen Apfel und ein Ei arbeiten“ muss, menschenunwürdig sind.
Diese Aktion löste bei den Wartenden lebhafte Diskussionen aus. Weitgehend einmütig war die Ablehnung der Hartz-Steinmeier-Gesetze mit ihren diskriminierenden Vorschriften. Zustimmung fanden auch die Forderungen der Partei DIE LINKE nach einem gesetzlichen Mindestlohn von zehn Euro in der Stunde und die Anhebung des Regelsatzes für Hartz-VI-Empfänger auf 500 Euro.
Viele aber zeigten sich verunsichert: Wie wird sich nach der Bundestagswahl das Übel mit diesen Armutsgesetzen weiterentwickeln? Welche Folgen haben die Hunderte Milliarden Euro schweren Rettungspakete für die Banken für die Sozialleistungen? Drohen Kürzungen, weil die öffentlichen Kassen geleert wurden? Wer zahlt für die Krise? Soll man DIE LINKE wählen?
Fünf Personen aus der Schlange gingen mit gutem Beispiel voran und füllten das Linkaktiv-Formular aus, in dem sie erklärten, dass sie den Wahlkampf der LINKEN unterstützen wollen. Sieben beantragten am Online-Computer die Zusendung der Briefwahlunterlagen beim Landeswahlleiter, und viele steckten die Einladung zum Frühstück der Erwerbloseninitaitive ErwiN ein.
Die Neuköllner LINKE wird die Aktion in dieser Woche am Dienstag, dem 25. August, um 7.30 Uhr und am Donnerstag, dem 27. August, um 9.30 Uhr vor dem Job-Center in der Sonnenallee/Ecke Grenzallee fortsetzen. Am Dienstag, dem 1. September, findet 11.00 Uhr im Zentrum der LINKEN am Neuköllner Richardplatz 16 ein kostenloses Erbewerbslosenfrühstück statt.