DIE LINKE. Neukölln


20. August 2012 Neukölln

Rassisten wurde "die Tour vermasselt"

An der Flughafenstraße war der Kiez für die Rassisten dicht.

Peter Schrott moderierte die Kundgebung des "Bündnis Neukölln"

Auf Schilder und Transparenten hieß es immer wieder: "Moscheen vor Nazis schützen."

Info-Bus gegen rassistische Hetze. (Fotos: KDH)

„Pro Deutschland“ wurde ihre Wochenend-Tour vermasselt, die rassistischen Rechtspopulisten kamen nicht zum Zuge. Ihre Provokationen mit antiislamischen Karikaturen vor Moscheen oder vor linken Projekten in verschiedenen Stadtteilen blieben in antifaschistischen Blockaden hängen. Am augenfälligsten geschah das in der Neuköllner Flughafenstraße: 50 Rassisten standen rund 1000 Demonstranten gegenüber.

Das Kalkül der Rassisten war einfach, doch es ging nicht auf: Muslime sollten durch die berüchtigten Anti-Mohammed-Karikaturen beleidigt und provoziert werden. Sie setzten darauf, dass es wie unlängst in Nordrhein-Westfalen zu Auseinandersetzungen kommen würde. Damit sie ihren antimuslimischen Hetzparolen die passenden Bilder hinzufügen könnten. Beifall erhofften sie sich von interessierter Seite: von Springer-Blättern bis hin zum CSU-Innenminister Friedrich, der erst vor wenigen Wochen von der islamischen Gefahr schwadroniert hatte, oder Bundespräsident Gauck, für den „der Islam nicht zu Deutschland gehört“.

Auf der Kundgebung in der Flughafenstraße sprachen sowohl Vertreter des Bündnis Neukölln „Miteinander für Demokratie, Respekt und Vielfalt“, von SPD, Grünen und LINKEN, von Jugend- und Studierendenorganisationen, als auch Sprecher von Migrantenorganisationen und von Moscheen. Ein vom Berliner Bündnis organisierter Stadtrundfahrt-Bus mit Aussichtsplattform blieb den Rassisten auf den Fersen und wirkte ihnen mit Informationen und antifaschistischer Musik entgegen. „Das ist wirklich super gelaufen“, resümiert Dirk Stegemann von „Pro Deutschland die Tour vermasseln“.

Mit den Aktionen gegen die „Pro Deutschland Tour“ wurde zugleich der seit längerem von der Bundesregierung und anderen rechten Kräften betriebenen Stigmatisierung der Muslime als Fremde in Deutschland aktiv entgegen getreten. Das kann ein weiterer Schritt sein zu einer fruchtbaren Debatte über den gemeinsamen Kampf gegen Diskriminierung und Ausbeutung.

Quelle: http://www.die-linke-neukoelln.de/nc/politik/news/detail/artikel/rassisten-wurde-die-tour-vermasselt/