DIE LINKE. Neukölln


16. Februar 2013 Neukölln

NPD-Treffen in der Gropiusstadt massiv behindert

Protest gegen Nazi-Treffen im Gemeinschaftshaus Gropiusstadt.

Ruben Lehnert, Neuköllner Bundestagskandidat der LINKEN, spricht neben anderen auf der antifaschistischen Kundgebung.

Mit dabei: Die Falken.

"Kommt nach vorne!" Die VVN erinnerte an die Anti-Nazi-Blockaden: "Solidarität mit Tim! Wir sind alle Dresden-Nazifrei!"

Am 16. Februar versammelten sich mehr als 300 Menschen, um gegen das NPD-Treffen im Gemeinschaftshaus Gropiusstadt am Bat-Yam-Platz zu demonstrieren.

Die Neuköllner Bezirksverwaltung hatte die Veranstaltung der NPD unter dem Motto „Asylmissbrauch stoppen“ im Vorfeld genehmigt. Das wollten die im Bündnis Neukölln zusammen arbeitenden Organisationen ebenso wie das Rudower Bündnis, die Initiative Hufeisern gegen Nazis und vielen andere Gruppen und Initiativen nicht hinnehmen. So waren denn bereits um 11 Uhr annähernd 300 Menschen der Kälte zum Trotz vor dem Eingang zum Gemeinschaftshaus zusammen gekommen. Neben einer starken Präsenz der LINKEN waren auch Fahnen und Transparente der Grünen, der SPD, den Anwohnern der Hufeisensiedlung, der IG BAU, Verdi und GEW sowie der Evangelischen Jugend und der Falken zu sehen. Auch die Flüchtlinge vom Protestcamp in Kreuzberg und die feministische Aktivistinnengruppe Femen beteiligte sich an den Protesten.

Von der für 11 Uhr angemeldeten Kundgebung der NPD am selben Ort war wohl mangels Teilnehmerzahl nichts zu sehen. Als sich etwa 40 Nazis unter Polizeischutz in Richtung Eingangstür bewegten, wurden sie mit einem gellenden Pfeifkonzert und „Nazis raus“-Rufen empfangen. Mehrere Dutzend Polizisten und viele Absperrgitter verhinderten, dass Gegendemonstranten die Nazis davonjagen konnten. Immer wieder kam es zu Gerangel zwischen der Polizei und den Demonstranten. Mehrere Menschen wurden wegen angeblicher Vermummung und versuchtem Überwinden der Gitter festgenommen. Alle kamen glücklicherweise wieder frei – hoffentlich ohne weitere Konsequenzen.

Etwa 40 gegnerischen Menschen gelang es, in den Versammlungsraum der NPD einzudringen. Schließlich war die Veranstaltung öffentlich. Trotz des massiven Auftretens der Nazi-Ordner und der Polizei konnten die NPD-Gegner fast 45 Minuten lang den Beginn und Fortgang der Veranstaltung durch Buh- und Zwischenrufe massiv behindern. Die Nazis waren sichtlich genervt. Schließlich verließen die AntifaschistInnen den Saal und überließen die Nazis sich selbst. Allem Anschein nach, waren die allermeisten eingefleischte Neo-Nazis, bei denen man mit Argumenten gar nicht erst kommen braucht.

Es ist der Gegenmobilisierung und dem selbstbewussten Auftreten der mehreren hundert Menschen zu verdanken, dass trotz des Aufgebots des bekannten (und vorbestraften) Nazi-Kaders Udo Pastörs, gerade mal 40 NPD-Anhänger zu diesem Treffen gekommen sind. Obgleich 40 Nazis, 40 Nazis zu viel sind. Trotzdem scheint es die NPD nicht leicht zu haben, sich in Süd-Neukölln zu etablieren. Und das ist auch gut so. Denn beim nächsten mal werden wir wieder da sein. Denn die Auseinandersetzung um die zukünftige Flüchtlingsunterkunft in Neukölln wird weiteren Widerstand gegen Rassismus und Naziterror und Solidarität mit den Flüchtlingen notwendig machen.

Alper Şirin

DIE LINKE.Neukölln verteilte vor dem Gemeinschaftshaus Gropiusstadt ein Informationsblatt "Asylsuchende willkommen! Fluchtursachen bekämpfen statt Flüchtlinge". Es kann in einer pdf-Version hier heruntergeladen werden.

Quelle: http://www.die-linke-neukoelln.de/nc/politik/news/detail/artikel/npd-treffen-in-der-gropiusstadt-massiv-behindert/