DIE LINKE. Neukölln


17. Januar 2013 Neukölln

Neuköllner LINKE beim Wahlkampf in Niedersachsen

"DIE LINKE", die Wahlzeitung in vier Arbeiterwohngebiete zu bringen, das war die Aufgabe.

Team 1 der Neuköllner Wahlhelfer/-innen.

Vor dem Wolfsburger Regionalbüro der LINKEN.

Es war klirrend kalt, aber die Sonne schien, als die Neuköllner Wahlkampfhelfer/-innen im Wolfsburger Regionalbüro der LINKEN eintrafen. Schnell wurden die Aufgaben verteilt. Während die Wolfsburger Genossinnen und Genossen in der Innenstadt einen Info-Stand aufbauten und eine Kundgebung der Gewerkschaft Ver.di vor einer großen Edeka-Filiale unterstützten, zogen die Neuköllner/-innen und der Genosse vom Wedding mit der Wahlkampfzeitung in vier große Arbeiterwohnsiedlungen.

Kurz gesagt: Die Zeitungen fanden interessierte Abnehmer/-innen; wo sie direkt auf der Straße verteilt wurden ebenso in den Wohnhäusern, die freundlich geöffnet wurden, um die Informationen in die Briefkästen stecken zu können.

Immer wieder wurde nach politischen Positionen der LINKEN gefragt, insbesondere nach der Sicherung von Arbeitsplätzen. So erklärte eine VW-Arbeiterin, dass sie vor einigen Jahren auch politisch aktiv gewesen sei, jetzt aber nicht mehr. Auf Nachfrage erzählte sie, dass sie bis vor zehn Jahren Mitglied in der SPD gewesen sei, „wegen Schröder“ aber ihre Partei verlassen habe. Jetzt stünde „das Private, z.B. Reisen“, bei ihr im Mittelpunkt, solange sie es sich noch leisten könne. Sie wünschte „viel Erfolg“ und ging in ihre Wohnung, die der VW-Immobiliengesellschaft gehört. Überhaupt, in den Wohngebieten war deutlich zu spüren, dass die Stadt und der große Autokonzern eng miteinander verknüpft sind. An einem Wohnblock aus den 1950er Jahren stehen noch viele italienische Namen von Arbeitern, die seinerzeit „angeworben“ wurden, in anderen Blöcken waren es vorwiegend türkische und kurdische Namen, auch russische. Auf den Parkplätzen standen, wen wundert es, fast nur Fahrzeuge des VW-Konzerns. Aber es waren kaum noch die neuesten Modelle zu sehen, die von Werksangehörigen als „Jahreswagen“ gut gepflegt vor einigen Jahren noch als Gebrauchtwagen bundesweit sehr gefragt waren. Die Krise hat viele Erscheinungen, auch in Wolfsburg. Auch Wohnungsleerstand gehört dazu, als eine Folge des Abbaus von Arbeitsplätzen.

Auf der Rückfahrt nach Neukölln hören wir, dass neue Umfragen DIE LINKE bei 6 Prozent sehen und dass auch Sahra Wagenknecht aktiv beim Wahlkampf hilft. Erst am nächsten Tag erfahren wir, dass Sigrid Leuschner, langjähriges Mitglied der SPD-Landtagsfraktion und Chefin der Verbraucherzentrale Niedersachsen, ihre alte Fraktion verlässt und mit sofortiger Wirkung zur LINKEN übertritt. 44 Jahre war sie in der SPD. Als Gründe nennt sie die selben, die wir in Wolfsburg von der VW-Arbeiterin gehört haben, die 10 Jahre zuvor die SPD verlassen hatte: Sie habe mehr und mehr den Eindruck bekommen, dass soziale Gerechtigkeit und Arbeitnehmerrechte in dieser Partei nicht mehr wichtig seien.

Wir wünschen unseren Genossinnen und Genossen in Niedersachsen Erfolg bei den Landtagswahlen!

Quelle: http://www.die-linke-neukoelln.de/nc/politik/news/detail/artikel/neukoellner-linke-beim-wahlkampf-in-niedersachsen/