DIE LINKE. Neukölln


16. November 2012 Neukölln

„Der gewaltfreie Widerstand in Palästina, wohin?“

Am Freitag, 16. November, informiert Saeed Amireh, 21 Jähriger aus Ni'lin, Westjordanland, über „Der gewaltfreie Widerstand in Palästina, wohin?“ Die Veranstaltung findet statt um 19.00 Uhr in der TU Berlin, H105 im Hauptgebäude, Straße des 17. Juni (nahe U-Bhf. Ernst-Reuter-Platz).

Der Palästinensische Aktivist Saeed Amireh (21 Jahre alt) kommt aus Ni’lin, dass in den C-Gebieten liegt. Die C-Gebiete sind die 62 Prozent des Westjordanlands, in denen Zivil- und Sicherheitsverwaltungen dem israelischen Militär unterliegen. Durch die Mauer, die stetig wachsenden umliegenden Siedlungen und die dazu gehörigen Straßen, verloren die Menschen von Ni’lin einen Großteil Ihrer Lebensgrundlage: Von den einst 58.000 dunum Land, das die Bauern von Ni’lin bewirtschafteten sind nur mehr 8.000 geblieben. Viele Einwohner Ni’lins verließen ihr Dorf auf Grund dieser Auswirkungen der israelischen Besatzung.

Aber zur gleichen Zeit formierte sich ein kollektiver gewaltloser Widerstand: Als die israelischen Bagger nach Ni’lin kamen, um mit dem Bau der Mauer zu beginnen, zelten die Bürger auf dem gefährdeten Land und beginnen mit täglichen Demonstrationen. „Die Soldaten bildeten eine Linie vor uns und drohten, wenn wir diese überschritten, würden Sie zu den Waffen greifen. Wir fassten uns alle an der Hand – Männer und Frauen - zählten auf drei und sprangen gemeinsam. Sie konnten uns nicht alle erschießen!“ Doch das Dorf konnte den Bau der Mauer nur hinauszögern. 2008 kam die Armee zurück und begegnete dem Widerstand mit Ausgangssperren, nächtlichen Razzien, Verhaftungen und Beschuss.

Die drei Organisatoren der nunmehr wöchentlichen Demonstrationen, an denen auch israelische und internationale Aktivisten teilnehmen, wurden verhaftet und inhaftiert. Darunter auch Saeeds Vater. Der damals 17jährige Saeed begann mit der Hilfe von google translator Englisch zu lernen und über Facebook, twitter und co. Kontakt zur Außenwelt aufzunehmen. Durch seine Berichte schaffte er es gemeinsam mit Menschen aus aller Welt, die Kaution für die drei von der Armee verhafteten Aktivisten aufzubringen. Durch seine Arbeit gelang es Saeed, auf die alltägliche Lebenssituation unter der israelischen Besatzung und die Situation der palästinensischen Gefangenen aufmerksam zu machen. Diese politischen Gefangenen werden häufig ohne Anklage und über mehrere Jahre in sogenannter Administrativhaft gefangen gehalten. Deren international kaum beachtete Situation rückte dieses Frühjahr zunehmend durch Hungerstreiks, unter dem Motto „hungrig nach Freiheit“ in das Auge der Weltöffentlichkeit. Auch Saeed wurde kurz vor seinem Schulabschluss für vier Monate inhaftiert. In seinem Vortrag wird er über die Situation in Ni’lin und über die Gefangenen im Widerstand berichten.

Saeeds Tour wird u.a. von den folgenden Organisationen unterstützt:

Quelle: http://www.die-linke-neukoelln.de/nc/politik/news/detail/artikel/der-gewaltfreie-widerstand-in-palaestina-wohin/