DIE LINKE. Neukölln


6. April 2013 Neukölln

Aufklärung des Mordes an Burak B. gefordert

Zuspruch fanden die Teilnehmenden beim Gedenkmarsch durch die Flughafenstraße und auf der Karl-Marx-Straße, wo vor dem Rathaus Neukölln eine Zwischenkundgebung stattfand.

Die Demonstrierenden versammelten sich vor dem muslimischen Friedhof am Columbiadamm.

Auf Schilder fragten Demonstrierende immer wieder: „Ist ein Polizeiversagen wie beim NSU ausgeschlossen?“

Unter den Demonstrierenden Mitglieder der LINKEN, hier der Vorsitzende der Linksfraktion in der Neuköllner BVV Thomas Licher und Doris Hammer.

Rund 500 Menschen gedachten am 6. April 2013 des Mordes an Burak Bektaş, der mit 22 Jahren in der Nacht vom 4. zum 5. April 2012 vor dem Krankenhaus Neukölln gemeinsam mit zwei Freunden von einem Unbekannten beschossen worden war. Migranten und Deutsche forderten bei einer bunten Protestdemonstration die Aufklärung seines Todes. Auch die gesamte Familie des ermordeten Burak B. nahm an dem Gedenkmarsch teil.

Nach einer Schweigeminute vor der „Sehitlik Moschee“ zog die Demonstration über das Rathaus Neukölln zum Hermannplatz. Sie wurde von der “Initiative zur Aufklärung des Mordes an Burak B." organisiert und von vielen antirassistischen Initiativen, sowie mehreren Migrantengruppen, u. a. der Opferberatungsstelle Reachout und Allmende aktiv unterstützt. DIE LINKE.Neukölln hatte ebenfalls zur Teilnahme aufgefordert.

Während der Demo forderte die „Initiative zur Aufklärung des Mordes an Burak B.“ mehrmals von Polizei und Behörden Antworten auf die zahlreichen offenen Fragen in dem noch ungelösten Fall und dass die Ermittlungen intensiviert werden. Auf einem Banner stand: „Zum Gedenken an Burak - Rassismus wieder das Motiv?“ Die Demonstranten kritisierten die Ermittlungsmethoden der Polizei und brachten dies mit mehreren Plakaten wie: „Was bedeutet: in alle Richtungen ermitteln?“, „Wie werden die Nazi-Angriffe in Neukölln beendet?“ zum Ausdruck. Der Abschlusskundgebung fand auf dem Hermannplatz statt.

Ein Sprecher der Initiative erklärte: „Wir sind heute hier, weil vor einem Jahr Burak Bektaş ermordet wurde. Er war 22 Jahre alt. Es wirkte wie eine Hinrichtung auf offener Straße, mitten in Neukölln. Fünf Freunde unterhielten sich, lachten, hatten Spaß. Dann fünf tödliche Schüsse. Niemand kann es verstehen. Auch wir haben keine Erklärung dafür, aber viele Fragen. Vor allem fragen wir uns: War Rassismus wieder das Motiv? Wenige Monate nach dem Bekanntwerden der NSU-Morde sind die Parallelen mehr als offensichtlich. Unabhängig davon, ob der Mörder nun ein organisierter Neonazi war, ein normaler Rassist oder eben doch jener „verrückte Einzeltäter“, der die Polizei in alle Richtungen ermitteln lässt: Der Mordanschlag schafft eine breite Verunsicherung auf den Straßen, vor allem unter den Jugendlichen. Denn der Täter läuft noch immer frei herum, und von Seiten der Polizei und den Behörden gibt es keine Informationen. Wir haben von den NSU-Morden gelernt. Es reicht das Schweigen und die Ignoranz der Mehrheit, während die Minderheit bedroht und angegriffen wird. Diese Strategie darf nicht aufgehen! Wir rufen heute zur Solidarität mit der Familie von Burak auf. Wir denken gemeinsam an Burak. Wir sind nicht bereit, hinzunehmen, dass der Mord an Burak unaufgeklärt bleibt. Wir werden nicht zum Alltag übergehen, sondern immer an diesen Mord erinnern und seine Aufklärung fordern.“ 

Quelle: http://www.die-linke-neukoelln.de/nc/politik/news/detail/artikel/aufklaerung-des-mordes-an-burak-b-gefordert/