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2. Juni 2015 Neukölln

Solidarität mit den Beschäftigten der Charité!

Informations-Veranstaltung am Dienstag, 2. Juni 2015, um 19 Uhr mit Grit Wolf, ver.di-Betriebsgruppe Charité. DIE LINKE.Neukölln, Wipperstr. 6, 12055 Berlin.

Die Beschäftigten der Charité befinden sich mitten in einer Tarifauseinandersetzung. Sie fordern mehr Personal, um eine vernünftige Versorgung der Patienten zu gewährleisten und die Überbelastung des Personals zu reduzieren. Bundesweit fehlen in Krankenhäusern mehr als 150.000 Stellen. Dadurch entsteht eine permanente physische und psychische Überlastung der Beschäftigten. Von ausreichend Zeit für Pflege und Zuwendung für die PatientInnen ist dabei schon nicht mehr die Rede. Immer öfter entsteht das Risiko „gefährlicher Pflege“, die eine Gefahr für die Sicherheit der PatientInnen darstellt. Dagegen wollen die Beschäftigten und die Gewerkschaft ver.di eine personelle Mindestbesetzung für den Pflegedienst vereinbaren, die nicht unterschritten werden darf: Eine Pflegekraft soll auf Normalstationen für maximal fünf PatientInnen verantwortlich sein, auf Intensivstationen für höchstens zwei. Eine weitere zentrale Forderung ist, dass Pflegekräfte keine Nachtdienste mehr alleine verrichten müssen. So würden sich die Arbeits- und die Pflegebedingungen deutlich verbessern. Das treffende Motto der Tarifbewegung lautet: „Mehr von uns ist besser für alle!“

Bislang hat der Charité-Vorstand aber kein akzeptables Angebot vorgelegt. Immer wieder ist das Argument zu hören, dass kein Geld dafür da sei. Wer aber in diesem Zusammenhang behauptet, es fehle am Geld, gesteht gleichzeitig ein, dass er dem Anspruch auf gute Versorgung im Krankenhaus kein Gewicht beimisst. Auch ein 2-tägiger Warnstreik hat zu keinem Umdenken beim Vorstand und beim Senat bewirkt. Deshalb hat die Gewerkschaft eine Urabstimmung über einen unbefristeten Streik eingeleitet.

An dieser Situation ist auch der Senat schuld: Er setzt die Charité einer chronischen Unterfinanzierung aus und fordert gleichzeitig in der Bilanz eine „schwarze Null“ vom Vorstand. So werden immer wieder Gelder, die im Klinikbereich eingenommen werden, für Baumaßnahmen zweckentfremdet.

Im Ergebnis finanzieren die Beschäftigten mit ihren Überstunden einen Teil der derzeitigen Sanierung des Bettenhochhauses in Mitte. Mehr als 100.000 Überstunden schieben die Charité-Beschäftigten vor sich her, ohne dass es eine Perspektive gibt, wie sie abgebaut werden können.

Es ist wichtig klarzustellen: PatientInnen der Charité werden nicht durch den Streik, sondern durch den von Personalmangel geprägten Krankenhausalltag gefährdet.

Die Veranstaltung wird organisiert von der Basisorganisation Rixdorf der Neuköllner LINKEN. Interessierte sind herzlich willkommen!

Anfahrt: U/S-Bhf. Neukölln

Der Einladungsflyer (pdf) kann hier heruntergeladen werden.