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10. Oktober 2014 Neukölln

Bekommt Neukölln jetzt ein eigenes „BER-Desaster“?

Die neue Clay-Oberschule soll modellhaft als „Niedrig-Energie-Gebäude“ errichtet werden und sollte 2019 fertig werden. Ein Vorzeigeprojekt des Bezirks Neukölln. Bei einem Vororttermin des Neuköllner Bildungsausschusses auf dem Bauplatz am 7. Oktober musste Bildungsstadträtin Dr. Giffey (SPD) jetzt bekannt geben, dass die Fertigstellung des neuen Schulkomplexes erst mit 3 Jahren Verzögerung, frühstens 2022, erfolgen wird.

Anscheinend hatte die Neuköllner Bildungsstadträtin Dr. Giffey bei Verhandlungen mit der zuständigen Senatsverwaltung über die Kostenübernahme in Höhe von zirka 40 Millionen Euro die Zeitplanung nicht ausreichend berücksichtigt. Als nicht zutreffend und vorgeschoben gilt nach Aussagen der Archäologen, dass Ausgrabungsarbeiten eines Zwangsarbeiterlagers aus der Nazi-Zeit auf dem Bauplatz die Ursache für die lange Verzögerung sei.

Dazu Thomas Licher, der Fraktionsvorsitzender der LINKEN in der Neuköllner BVV: „Es erinnert stark an den Hauptstadtflughafen BER, der auch nicht fertig wird.“ Die Fraktion DIE LINKE fordert, dass jetzt auf keinen Fall die ursprüngliche Planung für dieses anspruchsvolle Schulprojekt über den Haufen geworfen werden darf.“ Der Schulneubau werde dringend benötigt, weil schon jetzt für 2020 ein Mangel an rund 1.000 Oberschulplätzen in Neukölln abzusehen sei.

Zum Hintergrund:

Wegen Asbestbelastung musste die Clay-Oberschule 1989 den alten Standort im „Bildungszentrum Lipschitzallee“ aufgeben und ist in ein Provisorium am Bildhauerweg gezogen. Das ursprünglich für wenige Jahre konzipierte Provisorium ist gegenwärtig in einem schlechten Zustand. So mussten dort die Fenster erneuert werden. Es ist mehr als fraglich, ob das Provisorium bis 2022 Bestand hat.