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12. September 2013 Neukölln

Informationsveranstaltung zur geplanten Flüchtlingsunterkunft

Die Britzer Initiative Hufeisern gegen Rechts lädt ein zu einer Informationsveranstaltung zur geplanten Flüchtlingsunterkunft auf dem Gelände Späthstraße/Haarlemer Straße in Britz

am Donnerstag, 12. September 2013,
um 19.30 Uhr, in der Aula der Fritz-Karsen-Schule,
Onkel-Bräsig-Straße 76-78, 12359 Berlin.

 

 

An der Diskussion werden teilnehmen:

  • Bernd Szczepanski, (Neuköllner Stadtrat für Gesundheit und Soziales),

  • Claudia Schütz (Leiterin der Unterbringungsleitstelle),

  • Sabine Seyb (Reach Out Berlin),

  • Andrea Schwendner (Diakoniewerk Simeon),

  • Georg Classen (Flüchtlingsrat Berlin).

Die ausführliche Einladung zur Veranstaltung kann hier heruntergeladen werden.

In der Einladung heißt es:

Nach langen Verhandlungen hat sich Möbel Krieger nun doch bereit erklärt dem Bezirk Neukölln ein 6000 m² großes Grundstück bis Ende 2015 für die Einrichtung einer Flüchtlingssammelunterkunft kostenlos zur Verfügung zu stellen.

Es gibt sicher geeignetere Unterbringungsmöglichkeiten für Menschen, die vor Krieg, Hunger und Unterdrückung ihre Heimat verlassen mussten und nun in Berlin Schutz suchen, als eine Sammelunterkunft für 400 Personen am Rande eines Gewerbegebietes. Doch die mangehafte und wenig koordinierte Flüchtlingspolitik des Senats darf nicht auf dem Rücken der Schwächsten, der Flüchtlinge, ausgetragen werden.

Viele von unseren Eltern und Großeltern sind nach dem 2. Weltkrieg als Flüchtlinge nach Berlin gekommen und haben hier nachbarschaftliche Hilfe in vielfältiger Weise erhalten. Auch damals wurden die Menschen aus Ostpreußen, Schlesien oder Böhmen und Mähren nicht von allen sofort mit offenen Armen, sondern oft auch mit Misstrauen empfangen. Doch in der Regel haben sich die Vorurteile nicht bestätigt. Aus Zwangsnachbarschaften wurden Bekanntschaften, oft auch Freundschaften. Die unterschiedliche Herkunft und Vergangenheit wurde bedeutungslos angesichts der gemeinsam bewältigten Gegenwart und der gemeinsam in Angriff genommenen Zukunft.

Gleiche Erfahrungen haben auch heute – um nur einige Beispiele zu nennen – EinwohnerInnen von Grünau oder Wandlitz mit Flüchtlingen gemacht, die in ihrer Nachbarschaft in Sammelunterkünften untergebracht wurden.

Warum sollen diese positiven Beispiele eines gelungenen Miteinanders nicht auch in Britz ihre Fortsetzung finden? Seine Vorurteile zu pflegen und Menschen als kriminell oder unzivilisiert zu diskriminieren ist einfach. Auf hilfsbedürftige Menschen zuzugehen und ihnen Unterstützung anzubieten bedarf Engagement und Mut. Hier muss unbekanntes Terrain betreten werden, nicht auf jede Frage weiß man eine Antwort.

Wir wollen u. a. erfahren,

  • welche Menschen in Britz Aufnahme finden sollen,
  • warum diese Menschen ihre Heimat verlassen mussten,
  • welche Erfahrungen sie auf ihren Fluchtwegen gemacht haben,
  • wie die Flüchtlingsunterkunft aussehen und eingerichtet werden soll,
  • wie der Alltag der Flüchtlinge aussieht bzw. aussehen kann und
  • wie wir ein gedeihliches Miteinander zum Nutzen von Flüchtlingen und AnwohnerInnen auf den Weg bringen.