Zurück zur Startseite
13. Mai 2013 Neukölln

BVV-Sondersitzung: Tempelhofer Feld-Bebauung wäre ein Mietentreiber

Zur Sondersitzung der Neuköllner BVV am 14. Mai 2013 erklärt  DIE LINKE.Neukölln: Wir lehnen eine Bebauung des Tempelhofer Feldes ab.

Eine vom Senat behauptete Entlastung des Wohnungsmarktes durch die Bebauung des Tempelhofer Feldes ist nicht nachvollziehbar. Das gilt besonders für eine lockere Bebauung mit Stadtvillen westlich der Schillerpromenade. Durch die hohen Neumieten würde das Mietniveau in den benachbarten Kiezen noch stärker steigen.

Der Masterplan Tempelhofer Feld, der zunächst ca. 6000 Wohneinheiten vorsieht, davon 1600 auf Neuköllner Seite, erscheint als Ausdruck einer fehlgeleiteten Wohnungspolitik. So ist das THF weder geeignet noch baureif während auf erschlossenen citynahen ehemaligen Bahnflächen Wohnungen im oberen Preissegment vorgesehen sind. Eine Fehlplanung, die Renditeinteressen bedient aber nicht den Bedarf an preisgünstigen Wohnungen decken hilft.

Wir erwarten von Senat und Bezirk, daß sie die Instrumente der Stadtplanung, die zur Mietendämpfung geeignet sind auch einsetzen. Vorrang muß dabei der Schutz der Wohnbevölkerung vor Vertreibung und der Erhalt preiswerter Mieten im vorhandenen Wohnungsbestand haben. (Dazu gehört ebenso das Augenmerk auf die Umnutzung ehemaliger Gewerbe- und Krankenhausbauten.) Wir fordern über eine Zweckentfremdungs- und Umwandlungsverordnung hinaus die Anwendung der Milieuschutz- und Erhaltungssatzung auch in Neukölln.

Einen Stadtentwicklungsplan Wohnen, der ausschließlich auf Neubau setzt und das THF als größte Potenzialfläche versteht lehnen wir ab. Kommunale Wohnungsbaugesellschaften, die statt Sozialwohnungen hochpreisig bauen wollen brauchen wir nicht.

Neubau läßt sich höchstens als Neuer sozialer Wohnungsbau denken. Aber nicht als Großsiedlung am Tempelhofer Damm sondern in Baulücken oder auf anderweitig erschlossenen Grundstücken.

Für Neukölln halten wir neben Stadtvillen auch einen Neuköllner Schulneubau auf dem Feld für ungerechtfertigt. Stattdessen könnte - als nicht standortgebundene Schule - das Oberstufenzentrum in der Okerstr. das Haus für den benötigten Schultyp freimachen und selbst umziehen. Der durch Urban Gardening stark genutzte Streifen vor der bestehenden Bebauung geht auf einen erst in der Nachkriegszeit abgeräumten Spiel- und Sportpark zurück. Er soll in der jetzigen Form als Ausgleich für die wohnungsnahen Freiflächendefizite in den Anliegerbezirken bestehen bleiben.

Die Neuköllner LINKE unterstützt aktiv das Volksbegehren "100% Tempelhofer Feld". An die unbebaute Fläche und ihre Größe gebundene Funktionen sollen bewahrt werden. Dazu gehören der Klimaausgleich mit der Großstadt Berlin, der Erhalt als Landschaftsschutzgebiet sowie die moderne Erholungsnutzung von Urban Gardening bis Kite Surfing.

Das THF darf kein Flugfeld Johannisthal/Adlershof werden, wo die Binnenfläche durch eine Bebauung von den Seiten immer weiter verringert wird!

Marlis Fuhrmann, Wohnungspolitische Sprecherin der Neuköllner BVV-Fraktion der LINKEN