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2. September 2011 Neukölln

Gruselcamping auf dem Neuköllner Thomaskirchhof?

Die Evangelische Friedhofsverwaltung Berlin will den aufgelassenen Bereich des Neuköllner Thomaskirchhofes westlich der Hermannstraße vermarkten, bis das Land Berlin ihn im Rahmen einer Ausgleichsmaßnahme ankauft. Als Zwischennutzer ist Tent-Station vorgesehen, ein Event-Campingplatz mit Barbetrieb. Dazu Marlis Fuhrmann vom Neuköllner Bezirksvorstand DIE LINKE: „Die über viele Jahrzehnte als Neuköllner Friedhof bewirtschaftete Fläche erfordert einen pietätvollen Umgang. Campen auf Gräbern gehört nicht dazu, eine Parknutzung sehr wohl.“

Das zuvor in Neukölln nicht bekannt gemachte Campingplatz-Projekt, stößt auf allgemeine Ablehnung, sowohl inhaltlich als auch durch die bereits begonnene rüde Umsetzung. Bei Erdarbeiten zur Platzerschließung wurden Urnen und Gebeine freigelegt. Das haben Anwohner unter Protest fotografiert. Durch das Abschieben der Bodenvegetation mit schwerem Gerät gingen parkartige Strukturen mit großflächig verwilderten Blumenzwiebeln verloren. Jetzt drohen durch neue Zäune Zugangsbeschränkungen für mehrere Jahre. Dagegen hat sich eine Bürgerinitiative formiert.

Stadtplanerisch und in der Erwartung der Öffentlichkeit ist die Anlage als Neuköllner Zugangsbereich für das Tempelhofer Feld vorgesehen. Der parkartige Friedhof soll als öffentliche Grünanlage der Naherholung dienen. „DIE LINKE spricht sich bereits jetzt für die Öffnung und den freien Zugang zum ehemaligen Thomaskirchhof aus“, so Marlis Fuhrmann, die an der Spitze der Neuköllner Liste der LINKEN für die Bezirksverordnetenversammlung kandidiert. Dazu gehöre die Einstellung der Baumaßnahmen für einen Campingbetrieb sowie der Planierungsarbeiten samt den projektierten Parkplätzen und Sanitäranlagen, von Rezeption und Bar. Für innerstädtisches Camping sollte sich eine geeignete Fläche auf dem Tempelhofer Feld, zum Beispiel die alte Gärtnerei am Werner-Seelenbinder-Stadion, finden lassen.