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31. Dezember 2011 Neukölln

Die Welt muss sich grundsätzlich ändern, wenn sie fortbestehen will

Liebe Neuköllnerin, lieber Neuköllner,

ein denkwürdiges Jahr neigt sich dem Ende zu - ein Jahr, dessen Ereignisse zeigen, dass sich die Welt grundsätzlich ändern muss, wenn sie fortbestehen will. Denn eine Welt, in der die kurzfristigen Profite weniger Banken und Konzernen mehr zählen als das Wohlergehen von Millionen Menschen, kann auf Dauer nicht bestehen.

In Japan hat der Nuklearkonzern Tepco zum atomaren Unfall beigetragen, dessen Folgen für Mensch und Natur noch immer nicht kalkulierbar sind. In Libyen hat das Militärbündnis Nato monatelang einen blutigen Krieg geführt und verteilt nun die Ölförderrechte des Landes. In Europa haben die Regierungen die großen Banken mit vielen Milliarden Euro gerettet und knechten die Bevölkerungen mit Renten-, Lohn- und Sozialhilfekürzungen.

Zum Glück formiert sich vielerorts Widerstand. In Ägypten haben die Menschen den Despoten Mubarak zum Rücktritt gezwungen, der sich vierzig Jahre lang an ihrer Armut bereichert hat. In New York, Madrid und Athen protestieren, rebellieren und streiken sie gegen die Dikatur der Finanzmärkte, von der sie nichts anderes zu erwarten haben als Arbeitslosigkeit und Altersarmut. Und auch in Berlin hat die Bevölkerung die Profitgier der Konzerne RWE und Veolia aufbegehrt und dem Volksentscheid „Wir BerlinerInnen wollen unser Wasser zurück!“ zu einem Sieg verholfen.

Dieser Widerstand gegen ein System, von dem nur wenige Menschen profitieren, indem sie die anderen Menschen ausnutzen, ausbeuten und unterdrücken, ist ermutigend. Er wird dann erfolgreich sein, wenn die Mehrheit der Bevölkerung gemeinsam aufbegehrt und für höhere Löhne, für bessere Bildung, für Umweltschutz, gegen Rassismus und Krieg kämpft. In Solidarität ist es möglich, eine Welt zu errichten, in der kein Kind in Armut aufwachsen muss und alle Menschen in Würde alt werden können. Die Zeit drängt.

In diesem Sinne wünsche ich uns allen ein kämpferisches Jahr 2012.

Ruben Lehnert
Sprecher des Bezirksverbandes DIE LINKE.Neukölln