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26. August 2011 Neukölln

„Wasserkrieg“ und „Water Makes Money“

Die UN mahnen, der Wassermangel werde schon bald die Weltpolitik bestimmen.

Wasser sei das Öl des 21. Jahrhunderts prophezeit ein US-amerikanisches Wirtschaftsmagazin. Bei weltweit knapper werdenden Wasserressourcen privatisieren immer mehr Gemeinden ihre Wasserversorgung. Mit verheerenden Folgen. Das Sommerkino Neukölln zeigt am 26. August die Filme „Water Makes Money“ und „Wasserkrieg“ über die Wasserprivatisierung in Frankreich und Bolivien.

In Bolivien tobte zur Jahrtausendwende der Wasserkrieg: Nachdem in Cochabamba das Trinkwasser privatisiert wurde, kam es zu einer Preissteigerung von über 300 Prozent. Vor allem die indigene Bevölkerung, die überwiegend von der Landwirtschaft lebt, bedroht das in ihrer Existenz. Sogar das Sammeln von Regenwasser sollte den Bolivianern verboten werden. Dies führte Anfang 2000 zu heftigen Protesten, einem Generalstreik und der Verhängung des Kriegsrechtes über die Stadt. Von diesem Kampf erzählt „Wasserkrieg“.

„Sie haben den Wasserpreis angehoben, die Qualität des Wassers verschlechtert, die Wartung und Erneuerung des Netzes reduziert“, zieht der ehemalige stellvertretende Bürgermeister von Grenoble, Raymond Avrillier, Bilanz aus der Wasserprivatisierung in Frankreich. Der Film „Water Makes Money“ zeigt, wie die französischen Wassermultis VEOLIA und SUEZ ihren globalen Erfolgskurs finanzieren. Die beiden Großkonzerne haben versucht, die Ausstrahlung des Filmes auf dem deutsch-französischen Fernsehsender arte durch das höchste französische Verwaltungsgericht verbieten zu lassen, so haarstäubend sind die Praktiken die in „Water Makes Money“ aufgedeckt werden.

Die Wasserprivatisierung ist ein globaler Trend mit lokalen Auswirkungen. RWE und Veolia haben mit dem Berliner Wassergeschäft in den vergangenen zehn Jahren hohe Profite erzielt. Gestärkt durch den erfolgreichen Volksentscheid vom 13. Oktober fordert der Berliner Wassertisch die Rekommunalisierung der Stadtwerke und plant eine Massenklage gegen die Privatisierungsverträge. Im Anschluss an das Sommerkino soll über die Parallelen der Konflikte um die Versorgung mit Trinkwasser diskutiert werden.

Die Filmvorführung am Freitag, dem 26. August, beginnt um 19 Uhr in den Räumen der LINKEN am Richardplatz 16 in 12055 Berlin. Der Eintritt ist frei.