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18. April 2011 Neukölln

In Afghanistan nichts Neues? Zentralasien im Visier - Lesung und Diskussion

Mario Pschera stellt das neue Buch von Elke Windisch vor. Montag, 18. April 2011, um 19 Uhr DIE LINKE.Neukölln, Richardplatz 16 in 12055 Berlin (U7 Karl-Marx-Straße).

Afghanistan gilt als Symbol für den Kampf gegen den Terror. Deutsche Soldaten agieren als Wiederaufbauhelfer, Menschenrechte als Argument für die Intervention. Die Gründe für den Krieg jedoch werden in Politik und Medien ausgeblendet. Denn es geht um mehr: um die Märkte der Zukunft, Energiesicherheit und die Hegemonie über eine Großregion, die vom Kaspischen Meer über Iran, Kasachstan bis nach Indien reicht. Die Ursachen für die gegenwärtigen Konflikte reichen weit in die Kolonialgeschichte hinein. Die Veranstaltung stellt Akteure und Hintergründe des „Großen Spiels“ vor.

Lassen Sie sich von Elke Windisch auf eine Reise der besonderen Art mitnehmen: von den Stätten der altiranischen Feueranbeter über staubige Pisten und reißende Flüsse in das Land der Tausend Städte, an die Ufer des sterbenden Meeres, in die rauen Gebirge des Alatau und des Pamir bis in das kriegszerstörte Kabul. Sie werden gewöhnlichen und außergewöhnlichen Menschen begegnen: Firuza aus Buchara, dem Archäologen Viktor, dem gestrandeten Kapitän Ortabay, dem selten dämlichen Hund Dr. Ubijew, dem aus Grosny in die kasachische Steppe geflüchteten Aslan, dem Mudschahiddin-Führer Hekmatyar und dem gestürzten Präsidenten Askar Akajew. Treffen Sie usbekische Handwerkerinnen, desillusionierte Grenzschützer am Pandsch, Brunnenbauer, islamistische Untergrundkämpfer, Mohnbauern und Kaviarpiraten.

Aus einer Rezension:

Mal andächtig, mal zärtlich, mal zynisch: Elke Windisch hat ihren ganz eigenen Stil. Immer besonnen und professionell, sind ihr über die Jahrzehnte als Journalistin weder Witz noch Selbstironie verloren gegangen. In ihrem Buch wird Elke Windisch sichtbar, rückt aber stets ihre Gesprächspartner in den Vordergrund. Wenn es um die Machthaber in der Region geht, nimmt Elke Windisch kein Blatt vor den Mund. (...) Afghanistan steht seit dem 11. September 2001 als einziges zentralasiatisches Land im Fokus der Öffentlichkeit. Doch davon, dass der Westen das Land kennt, kann keine Rede sein. Elke Windisch beleuchtet die Geschichte des Landes, porträtiert zentrale Figuren wie Hekmatyar und Schah Massoud, zeigt wirtschaftliche Zusammenhänge auf. Die profunde Kennerin mutmaßt nicht über die Zukunftschancen Afghanistans. Doch wer sie fragt, hört Thesen, die manchem Sicherheitspolitiker die Haare zu Berge stehen lassen.

Helen Sibum, Amnesty International Journal


Ein Einladungsflyer zur Buchvorstellung und zum Ostermarsch kann hier herunter geladen werden.