Zurück zur Startseite
18. September 2010 Neukölln

100.000 Menschen umzingeln das Regierungsviertel und fordern "Atomkraft: Schluss jetzt!"

Neuköllner LINKE bei der Sitzblockade zum Abschluss der Umzingelung des Regierungsviertels

Gesine Lötzsch, Gregor Gysi und Katrin Lompscher sowie Bundestags- und Europaabgeordnete im Block der LINKEN.

Deutliche Aufforderung an die Physikerin Angela Merkel.

Ein Beispiel für kreative Demo-Wagen beim Atom-Protest. (Fotos: Klaus-Dieter Heiser)

Bei einer Großdemonstration gegen die Atompolitik der Bundesregierung haben am 18. September mehr als 100.000 Menschen das Berliner Regierungsviertel umzingelt. Damit wurden die Erwartungen der Veranstalter bei weitem übertroffen, die im Vorfeld lediglich mit mehreren Zehntausend Teilnehmern gerechnet hatten. Die Protestierenden ließen sich dabei in einer Kette um Reichstag und Kanzleramt zu einer symbolischen Sitzblockade nieder, um sich dem „Atomdeal der Bundesregierung mit den AKW-Betreibern zu widersetzen“. Die Sitzblockade wurde mit einem lautstarken „Atom-Alarm“ aus zig-tausenden Trillerpfeifen und Tröten beendet.

Vor dem Berliner Hauptbahnhof fand am späten Nachmittag die Abschlusskundgebung statt. Mit Sonderzügen und über 150 Bussen waren Tausende Menschen aus dem ganzen Bundesgebiet zu der Demonstration angereist. Unter dem Motto „Atomkraft: Schluss jetzt!“ wird sie von einem breiten Bündnis aus Umweltverbänden, Bürgerinitiativen, Parteien und Gewerkschaften getragen. Im Block der LINKEN demonstrierte auch eine starke Gruppe des Neuköllner Bezirksverbandes. „Der Tagesspiegel“ berichtet: „Viele der jungen Demonstranten sind verkleidet – Demonstrieren soll auch Spaß machen. Dabei kommt mancher ganz zufällig zur Protestkultur: „Krasse Freaks hier“, sagt ein Jugendlicher, der sein Mountainbike neben sich herschiebt zu seinem Freund. „Aber irgendwie geil. Und ich stehe voll auf den Gysi.“ Dabei zeigt er auf die Fahnen der Linken, zehn Meter vor ihm.“

Die Veranstalter erklärten: „Der heutige unerwartet breite Protest zehntausender Menschen zeigt: Die Bevölkerung duldet keine Klientelpolitik für Atomkonzerne auf Kosten ihrer Sicherheit. Der Widerstand gegen die Atompläne der Bundesregierung kommt aus allen Schichten der Gesellschaft. Jüngere und Ältere, Schülerinnen und Schüler, Studentinnen und Studenten, Gewerkschafter, Beschäftigte in der Branche der Erneuerbaren Energien, Raver und Chöre, Umweltschützer und Angehörige der verschiedenen Parteien protestieren heute gegen längere Laufzeiten für Atomkraftwerke und für einen schnelleren Ausstieg aus der gefährlichen Atomenergie. Nach dieser Demonstration wird der schwarz-gelben Regierungskoalition klar geworden sein, dass sie sich mit ihrem Atomdeal gehörig die Finger verbrannt hat. In der Atompolitik ist noch lange nicht das letzte Wort gesprochen.“