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23. März 2010 Neukölln

"Langer Tag gegen Nazis" war voller Erfolg

Nancy Larenas vom Salvador-Allende-Zentrum begrüßt die Teilnehmer/-innen zum Antifaschistischen Stadtrundgang.

Vor den Häusern, in denen Widerstandkämpfer gegen das NS-Regime lebten, wurden ihre Namen und Quellenangaben zu ihrem Leben vorgetragen.

In der Jonasstraße wohnten während der NS-Zeit viele Menschen, die den Nazis Widerstand leisteten und von der Gestapo verfolgt wurden.

Jonasstraße/Karl-Marx-Straße: Claudia von Gélieu erinnert an Dorothea Stutkowski, eine Mitarbeiterin der evangelischen Kirche, die sich während der Judenverfolgung durch die Nazis gegenüber Menschen jüdischer Herkunft solidarisch verhielt.

Beim „Langen Tag gegen Nazis“ am 20. März in Neukölln war die Beteiligung deutlich stärker, als die Initiatoren aus Vereinen, Organisationen, Läden und Kneipen gehofft hatten. Ein guter Start für die Kampagne "Kein Ort für Nazis" Anlass für den Aktionstag und die jetzt geplante Kampagne waren die in den letzten Monaten zunehmenden Anschläge auf antifaschistische Projekte in Neukölln, offenbar von Nazis.

Bereits zum Auftakt am Mittag, einem von der Galerie Olga Benario organisierten antifaschistischen Stadtrundgang, kamen 150 Interessierte. So wurde aus einem geplanten Kietz-Spaziergang eine Spontandemonstration auf der Jonasstraße. Die Frauengeschichtsforscherin Claudia von Gélieu hatte dazu eine Dokumentation vorbereitet, mit der an Widerstandskämpfer gegen das NS-Regime erinnert wurde, in Verbindung mit den Häusern, in denen sie wohnten. Teilnehmer/-innen des Rundgangs lasen die Namen der Widerstandkämpfer und Quellenangaben zu ihrem Leben vor den Haustüren – an eingen Stellen vor jedem zweiten oder dritten Haus. Es waren eindrucksvolle Dokumente des widerständigen Neuköllns.

Auch die weiteren Veranstaltungen fanden bis in den späten Abend lebhaftes Interesse. Das gilt für die Diskussion über den Kapp-Putsch vor 90 Jahren, als vor allem die Gewerkschaften einen rechtsextremstischen Anschlag auf die Demokratie durch einen Generalstreik stoppten, ebenso wie für Musikveranstaltungen wie die „Antifa swings"-Party in der Kneipe Friedel 54 sowie Filmveranstaltungen im United Kiez Kino in der Weserstraße und andere kreative Aktionen.

Nancy Larenas vom Salvador-Allende-Zentrum: „Der Tag heute macht Mut, denn wir halten solidarisch zusammen.“