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18. August 2010 Neukölln

Nazi-Schmierereien in Neukölln zum Hess-Todestag / DIE LINKE Neukölln: Kampagne „Kein Ort für Nazis!“ fortsetzen

Pressemitteilung
DIE LINKE, Bezirksvorstand Berlin-Neukölln
18.08.2010

In der Nacht zum heutigen Mittwoch (17./18. August 2010) haben Nazis Schmierereien wie „Rache für Hess“ an mehreren Stellen in Neukölln angebracht. Betroffen waren u.a. antifaschistische Projekte in der Friedelstraße, die Galerie Olga Benario in der Richardstraße sowie die Neuköllner Geschäftsstelle der Partei DIE LINKE, die Bezirksbüros von Bündnis 90/Die Grünen und der SPD. Der Hitler-Stellvertreter Hess hatte sich am 17. August 1987 nach 41 Jahren Haft in Berlin erhängt. Die Nazis behaupten, er sei ermordet worden.

Irmgard Wurdack, Sprecherin des Bezirksvorstandes Neukölln der Partei DIE LINKE, erklärt dazu: „Die Nazi-Schmierereien in Neukölln bestärken uns in der Überzeugung, gemeinsam mit allen antifaschistischen Kräften die Kampagne „Kein Ort für Nazis!“ fortzusetzen, die in diesem Frühjahr mit einem „Langen Tag gegen Nazis“ gestartet wurde. Diese Kampagne verbindet Information über Nazis mit kulturellen Angeboten und Aktionen. Faschismus ist keine Meinung sondern ein Verbrechen. Dafür wirkte Hitler-Stellvertreter Hess in der ersten Reihe und wurde vom Kriegsverbrechertribunal in Nürnberg verurteilt.“

Der Jahrestag des Todes von Hess hat in der Nazi-Szene einen ähnlichen Kultstatus wie ihre jährlichen Aufmärsche am Jahrestag der Bombardierung Dresdens im Februar, den sie zum „Bomben-Holocaust“ umfälschen. In diesem Jahr war es einem breiten antifaschistischen Bündnis gelungen, durch friedliche Massenblockaden den Nazi-Aufmarsch zu verhindern. Bereits am Montag hatte die Stadt Karlsruhe einen für den 21. August angekündigten Naziaufmarsch verboten. Das Ordnungs- und Bürgeramt kam »mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit« zu dem Schluss, dass es sich um eine »zentrale bundesweite Rudolf-Hess-Gedenkveranstaltung« handele. Offenbar sind die Schmierereien in Neukölln Teil einer bundesweiten Nazi-Aktion, ähnliches meldete die Polizei zum Beispiel aus Sachsen, Sachsen-Anhalt und Nordrhein-Westfalen.

Presseecho

Neues Deutschland / 19.08.2010 / Seite 11
Schmierereien von Nazis in Neukölln

(ND). Erneut haben Neonazis extrem rechte Parolen an Neuköllner Geschäfte und Läden geschmiert. In der Nacht zum Mittwoch wurden Projekte in der Friedelstraße, die Galerie Olga Benario, Büros von Grünen und SPD sowie die Neuköllner Geschäftsstelle der LINKEN mit Slogans besprüht, die im Zusammenhang mit dem Jahrestag des Selbstmordes des Hitler-Stellvertreters Rudolf Hess stehen. Einschüchtern lassen wollen sich die angegriffenen Parteien und Initiativen indes nicht. »Die Nazi-Schmierereien in Neukölln bestärken uns in der Überzeugung, gemeinsam mit allen antifaschistischen Kräften die Kampagne ›Kein Ort für Nazis!‹ fortzusetzen«, erklärte die Neuköllner LINKE-Sprecherin Irmgard Wurdack.

Im Internet:

Die Tageszeitung (taz) 19.08.2010

Berliner Zeitung online 18.08.2010

Red Globe online 18.08.2010

Die Welt online 18.08.2010