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28. August 2006 Neukölln

Linkspartei.PDS verurteilt Neonazi-Überfall auf Infostand

Kritik an Darstellung der Polizei

Der Vorsitzende der Linkspartei.PDS Neukölln, Heinz Schugowski, hat den Neonazi-Überfall auf einen Infostand der Linkspartei scharf verurteilt. „Wir sind empört und bestürzt, dass so etwas in Neukölln möglich ist“, sagte Schugowski. Der Überfall zeige, wie wichtig der Kampf gegen den Rechtsextremismus und dessen Wurzeln sei.

Die Linkspartei.PDS und das Bündnis „Gemeinsam gegen Rechts“ hatten am vergangenen Freitag am U-Bahnhof Rudow zu einer Demonstration am 2. September mobilisiert. Kurz vor 18 Uhr hatten etwa 10 bis 15 bewaffnete Neonazis den Infostand mit Flaschen und Leuchtspurmunition angegriffen. Verletzt wurde jedoch niemand. Unter den Angreifern befanden sich unter anderem Rene Bethage, Gründer der inzwischen verbotenen Kameradschaft „Berliner Alternative Süd-Ost“ und Timo Lenning, der zuletzt am 18. Juni durch den brutalen Überfall auf einen Deutsch-Äthiopier in Schönefeld aufgefallen war und danach zwei Wochen lang in Untersuchungshaft saß. Lenning wurde von der Polizei im Anschluss an den Überfall erneut in Gewahrsam genommen, kam aber kurz darauf wieder frei.

Schugowski dankt den Polizeibeamten für ihr rasches Eingreifen. Gleichzeitig kritisierte er aber die Darstellung des Überfalls durch die Polizei. Demnach sei einer der Neonazis „von einer fünfköpfigen Personengruppe, die der linken Szene zugehörig sein soll, angegriffen“ und „mit einem Teleskopschlagstock“ verprügelt worden. Erst danach sei es zu dem Überfall auf den Infostand gekommen. „Das ist eine unglaubliche Unterstellung“, so Schugowski. „Wir können definitiv ausschließen, dass von unserem Infostand irgendeine Provokation ausging.“ Vermutlich versuchten sich die rechten Gewalttäter aus der Affäre zu ziehen, indem sie auf Notwehr plädierten.