DIE LINKE. Neukölln


20. Oktober 2017

Linke fordert Prävention gegen Jugendkriminalität statt wie die Bürgermeisterin auf mehr Repression zu setzen.

Zu der neuen Kampagne der Bürgermeisterin für eine "Null-Toleranz-Politik" erklärt der Fraktionsvorsitzende Thomas Licher:

"Die Ankündigungen von Franziska Giffey sind nichts Neues. Damit knüpft sie direkt an die Politik ihres Vorgängers Buschkowsky an. Seit Jahren wird sich in Neukölln mit einem besonders harten Vorgehen gegen Jugendkriminalität gebrüstet. Diese "Null-Toleranz-Politik " hat keine Früchte getragen. DIE LINKE lehnt diese Ausrichtung ab. Gerade bei jungen Straftätern ist eine massive Bestrafung und ein rein repressives Vorgehen oft kontraproduktiv. Auch von wissenschaftlicher Seite wird diese Herangehensweise kritisiert. Zum Beispiel hat der Kriminologe Wolfgang Heinz in seinem Eröffnungsvortrag des 21. Deutschen Jugendgerichtstages als Fazit über jugendliche Gewaltkarrieren dargelegt: „Frühzeitige und einschneidende Eingriffe sind nicht besonders wirkungsvoll, sondern besonders gefährlich. Eine `Strategie des Zuwartens‘ zeitigt bessere Ergebnisse. Milde zahlt sich aus."
Eine bessere Kommunikation zwischen den einzelnen Behörden ist immer sinnvoll. Doch anstatt auf mehr Polizei und Staatsanwälte zu setzen, braucht es mehr präventive Maßnahmen. Jugendliche brauchen echte Lebensperspektiven. DIE LINKE setzt sich dafür ein, dass jeder Jugendliche mitgenommen wird. DIE LINKE geht davon aus, dass nur eine gute soziale Infrastruktur, gute Bildungs- und Ausbildungsmöglichkeiten und die Bekämpfung von Armut  und Arbeitslosigkeit den Kampf gegen Kriminalität nachhaltig voranbringen. Offensichtlich geht es bei den jeweiligen Ankündigungen von härter Strafverfolgung um Populismus und weniger darum, dass die Kriminalität zurückgedrängt wird."

Quelle: http://www.die-linke-neukoelln.de/nc/linksfraktion/news/detail/artikel/linke-fordert-praevention-gegen-jugendkriminalitaet-statt-wie-die-buergermeisterin-auf-mehr-repression/